Verwalten von Benutzertypen

ArcGIS bietet Benutzern vor allem über Benutzertypen Zugang zu Apps und Funktionen. Dabei handelt es sich um eine Art von Lizenz, die auf die primären Arbeitslasten eines Benutzers abgestimmt ist und dessen Zugriffsrechte für ArcGIS-Werkzeuge und -Anwendungen festlegt. Für die meisten Organisationen sind die Verwaltung von Benutzertypen und die Verwaltung von Benutzerzuweisungen Prozesse, in denen GIS-Manager oder -Administratoren sowie das IT-Management der Organisation und Governance-Richtlinien eine Rolle spielen. Einen Überblick über Benutzertypen finden Sie auf den Seiten der Esri-Dokumentation. Dieser Abschnitt des Architekturzentrums enthält Best Practices und Empfehlungen, wie Benutzertypen für Ihre Organisation effektiv bereitgestellt, zugewiesen und verwaltet werden.

Benutzertypen umfassen eine Standardgruppe definierter Typen, wie in der Dokumentation beschrieben. Die Benutzertypen “Creator”, “Professional” und “Professional Plus” enthalten Zugriff auf ArcGIS Pro auf verschiedenen Lizenzebenen. Andere Benutzertypen sind für Außendienstmitarbeiter, Editoren oder andere spezielle Rollen in der Organisation konzipiert.

Bereitstellen von Benutzertypen

Benutzertypen sind ein Lizenzkonzept, das in etwas unterschiedlicher Art und Weise auf ArcGIS Online und ArcGIS Enterprise angewendet wird. Für ArcGIS Online enthält jede ArcGIS Online-Subskription verschiedene Benutzertypen, die während des ersten Setups der Organisation gekauft oder zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden. Für jede Subskription der Organisation gibt es jeweils nur einen Satz von Benutzertypen und -anzahlen. Änderungen an diesen Benutzertypen müssen mit dem Esri Account Management oder dem Esri Customer Service koordiniert werden. Eine Organisation kann über mehrere ArcGIS Online-Subskriptionen verfügen, die sie verwaltet und für unterschiedliche Zwecke nutzt. Jede Subskription enthält eine separate Gruppe von Benutzertypen, die den Mitgliedern dieser Organisation zugewiesen werden.

Für Organisationen, die ArcGIS Enterprise nutzen, basieren die verfügbaren Benutzertypen und jeweiligen Zugriffsebenen auf der spezifischen Version von ArcGIS Enterprise und werden entsprechend dokumentiert. Benutzertypen werden von My Esri über eine Lizenzdatei bereitgestellt, die dann auf eine ArcGIS Enterprise-Bereitstellung angewendet wird. Das bedeutet in der Regel, dass einer Organisation ein Pool von Benutzertypen in My Esri zur Verfügung steht und sie eine Lizenzdatei abrufen kann, die auf diesen Lizenzpool zurückgreift und auf eine einzelne Bereitstellung von ArcGIS Enterprise angewendet wird. Für Organisationen mit mehreren ArcGIS Enterprise-Bereitstellungen bedeutet das, dass sie Lizenzkonfigurationen über Benutzertypen entwerfen und bereitstellen können, indem sie verfügbare Benutzertyplizenzen auf diese Organisationen aufteilen, abhängig von deren beabsichtigter Nutzung und Mitgliederzahl. Um Änderungen an den Benutzertypen vorzunehmen, die in einer ArcGIS Enterprise-Organisation bereitgestellt werden, muss eine neue Lizenzdatei in My Esri generiert und auf das System angewendet werden. Hierdurch werden die bestehenden Benutzertypen ersetzt. Möglicherweise muss die bestehende Lizenzdatei vor der Erstellung einer neuen Lizenzdatei gelöscht werden, um sicherzustellen, dass in My Esri genug Benutzertypen verfügbar sind, die auf das System angewendet werden können.

Zuweisung von Benutzertypen

Benutzertypen werden über die Registerkarte Organisation einer ArcGIS Online-Subskription oder einer ArcGIS Enterprise-Bereitstellung zugewiesen. Organisationen können für neue Mitglieder einen Standardbenutzertyp definieren (wenn beispielsweise die automatische Kontoerstellung aktiviert ist). Benutzertypen können auch während des Einladungs-Workflows festgelegt werden. Dabei lädt ein Administrator oder ein Benutzer mit entsprechenden Berechtigungen einen oder mehrere Benutzer ein und bei diesem Vorgang wird der Benutzertyp festgelegt.

Benutzertyp-Zuweisungen lassen sich auch nach der Einladung des Benutzers ändern oder für einen aktiven Benutzer anpassen. Dies ist in der Organisationsansicht möglich. Hier kann ein neuer Benutzertyp ausgewählt und einem Benutzer zugewiesen werden (sofern genug Lizenzen verfügbar sind). Wenn Sie einen neuen Benutzertyp zuweisen, müssen Sie die Auswirkungen auf den Zugriff dieses Benutzers kennen. Wenn der Benutzertyp etwa von “Creator” in “Viewer” geändert wird, verliert der Benutzer den Zugriff auf ArcGIS Pro sowie andere mobile Datenerfassungsanwendungen wie Field Maps.

Um die aktuell verfügbaren Benutzertypen zu überprüfen, nutzen Sie die Registerkarte Lizenzen auf der Seite Organisation von ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise, auf der Informationen über verfügbare Benutzertypen sowie Add-on-Lizenzen angezeigt werden.

Benutzertyp-Zuweisungen können auch über die ArcGIS REST API vorgenommen werden, wobei der Endpunkt updateUserLicenseType der Ressource /self für eine Organisation verwendet wird. Die ArcGIS API for Python enthält eine update_license_type-Methode für das User-Objekt, mit der der Benutzertyp für einen bestimmten Benutzer aktualisiert werden kann.

Andere Anwendungen oder Systeme können auch Anforderungen an die ArcGIS REST API senden, um Benutzertypen über einen automatisierten Prozess wie ein Lizenzanforderungsformular in einem IT-Prozessautomatisierungssystem zu ändern. Dies kann die Belastung für GIS-Administratoren verringern, da Benutzer selbst bestätigen können, dass sie einen bestimmten Benutzertyp benötigen.

Best Practices

Wenn Sie Benutzertypen verwenden, befolgen Sie diese Best Practices, um Flexibilität und Verwaltungsaufwand in Einklang zu bringen:

  • Für die meisten Organisationen empfiehlt Esri, ein primäres System – entweder eine ArcGIS Online-Organisation oder eine ArcGIS Enterprise-Bereitstellung – als Lizenzportal für Benutzer von ArcGIS Pro festzulegen. In diesem Portal sollen laut Esri alle ArcGIS Pro-Benutzer einem der Benutzertypen zugewiesen werden, die ArcGIS Pro enthält, z. B “Professional Plus”, “Professional” und “Creator”. Benutzer können dann zum Bestätigen der Lizenzierung auf ArcGIS Pro zugreifen und anschließend ArcGIS Pro nutzen, um mit dieser Organisation, lokal oder mit einer anderen ArcGIS Online-Organisation oder ArcGIS Enterprise-Bereitstellung zu arbeiten, indem sie ein aktives Portal einrichten, das sich vom Lizenzportal unterscheidet.
  • Weisen Sie den Benutzern den Benutzertyp zu, der die Funktionen enthält, die sie im Allgemeinen bei ihrer Arbeit benötigen. Benutzertypen dienen dazu, gängige Arten von Benutzern zu erfassen, die räumliche Workflows ausführen. Wenn ein Benutzer regelmäßig Zugriff auf eine bestimmte Anwendung benötigt, empfiehlt es sich, ihm den Benutzertyp zuzuweisen, der diese Anwendung umfasst, und zwar mit der Berechtigungsstufe, die seinen Arbeitsanforderungen entspricht.
  • Sie sollten Benutzerzuweisungen regelmäßig überprüfen. Die täglichen Arbeitsabläufe von Benutzern können sich ändern. Möglicherweise brauchen sie neue Funktionen, oder vorhandene Funktionen werden überflüssig. Die Zuweisung zu einem Benutzertyp kann entsprechend angepasst werden. Konzentrieren Sie sich bei diesen Anpassungen auf langfristige Änderungen, z. B. die Änderung von Rollen statt auf tägliche Änderungen.
  • Informieren Sie die Benutzer über die verfügbaren Benutzertypen und darüber, wie sie die zugewiesenen Typen nutzen können und wen sie fragen können, wenn sie zusätzlichen Zugriff oder Rechte benötigen.
  • Erstellen Sie Rollen, die auf Benutzertypen angewendet werden. Mit Rollen lassen sich detaillierte Berechtigungen zuweisen, die die Funktionen festlegen, die ein Mitglied innerhalb des Systems nutzen kann. Dies ist unabhängig von der Lizenzierung, die für den jeweiligen Benutzertyp gilt. Benutzerdefinierte Rollen für eine Organisation sind ein gutes Muster, um bestimmte Berechtigungen wie das Teilen von Inhalten mit der Öffentlichkeit einzuschränken.
  • Erstellen Sie klare Benutzeranleitungen, um die Anwender-Community über die verfügbaren Benutzertypen zu informieren. Sie sollten in der Lage sein, sich schnell einen Überblick über ihren aktuellen Benutzertyp sowie über den Ansatz des Unternehmens hinsichtlich der Verwaltung von Benutzertypen und der Verfügbarkeit anderer Typen zu verschaffen. Diese Dokumentation sollte zudem konkrete Anleitungen dazu enthalten, wie zusätzliche Funktionen angefordert werden können und nach welchen Kriterien diese Anforderungen geprüft werden.
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