Die Werkzeuge und Technologien, die ArcGIS bilden, wurden seit jeher mit verschiedenen Microsoft-Technologien integriert. Da sowohl Esri als auch Microsoft ihre Produktstrategien, Terminologie und Angebote weiterentwickelt haben, hat diese enge Partnerschaft zu fortlaufender Entwicklung, einer Mischung aus traditionellen und moderneren Mustern sowie einer Vielzahl von Möglichkeiten geführt, wie ArcGIS mit Microsoft genutzt werden kann.
In diesem Thema finden Sie allgemeine Anleitungen zu diesen Technologien. Sie erhalten Vorschläge zu ihrer Umsetzung, ggf. mit Links zu relevanten ArcGIS- oder Microsoft-Dokumentationen für zusätzlichen Kontext.
Einen Überblick über die ArcGIS-Produktunterstützung mit verschiedenen Microsoft-Technologien finden Sie unter ArcGIS for Microsoft.
Die Microsoft 365-Produktivitätssuite für Unternehmen umfasst eine Vielzahl von Anwendungen, die mit ArcGIS integriert oder mit ArcGIS-Systemen verwendet werden können. Diese Integrationen stellen ArcGIS-Funktionen direkt in den Werkzeugen bereit, mit denen die Benutzer bereits vertraut sind.
ArcGIS for Excel ist ein Microsoft 365-Add-in, das es Benutzern ermöglicht, Daten aus Excel-Tabellen mit ArcGIS-Grundkarten und -Inhalten in einer Karte zu kombinieren, die direkt in die Excel-Umgebung eingebettet ist. Benutzer können von ihrer ArcGIS Online- oder ArcGIS Enterprise-Organisation aus eine Verbindung zu Inhalten herstellen. Das Add-in enthält außerdem eine umfangreiche Sammlung räumlicher Funktionen, die direkt in Excel ohne Kartenoberfläche verwendet werden können, für Geocodierung, die Nutzung von Geometrien und andere Workflows. In Excel erstellte Karten können auch wieder in ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise veröffentlicht werden.
ArcGIS for SharePoint ist eine SharePoint-App und ein Webpart, das von einem Microsoft-Administrator aktiviert werden kann und dann den Benutzern zur Erstellung von SharePoint-Seiten zur Verfügung steht. Ähnlich wie bei ArcGIS for Excel können Benutzer Daten aus SharePoint-Listen in eine Karte übertragen, ArcGIS-Layer aus ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise integrieren und Ergebnisse zur weiteren Nutzung an ihr GIS-System weitergeben.
ArcGIS for Teams ermöglicht es Benutzern, Karten und Location Intelligence in die Microsoft Teams-Anwendung zu integrieren, um Situational Awareness und andere Workflows zu unterstützen. Benutzer können das Teams-Plug-in von Microsoft AppSource für die lokale Verwendung installieren. Benutzer mit den entsprechenden Berechtigungen haben die Möglichkeit, ArcGIS for Teams zu Kanälen oder Meetings hinzufügen.
ArcGIS Online-Benutzer mit OneDrive-Daten können diese Cloud-Speicherdateien über die ArcGIS Online-Schnittstelle als gehostete Feature-Layer veröffentlichen.
Organisationen, die OneDrive oder SharePoint-Sites zum Teilen von Daten und Dateien für Projekte nutzen, sollten einige wichtige Empfehlungen bezüglich der Nutzung dieser Services mit ArcGIS Pro kennen. Während auf Einzelbenutzer bezogene Workflows oder Datenzugriffe mit OneDrive kompatibel sein mögen, führt der Zugriff mehrerer Benutzer auf Projekte oder Daten ohne sorgfältige Verwaltung wahrscheinlich zu Problemen.
Teams, die mit Microsoft Visio arbeiten, können das im Rahmen von Architecture Center bereitgestellte Toolkit für die Erstellung von Architekturdiagrammen nutzen. Visio ist auch ein nützliches Werkzeug für die Erstellung von Workflow-Diagrammen, Prozessdiagrammen und anderen Inhalten, die für ArcGIS-Systeme relevant sind.
Microsoft Defender ist eine weitere Microsoft 365-Komponente, die häufig mit ArcGIS-Systemen verwendet und auf das zugrunde liegende Betriebssystem von Client- und Servercomputern angewendet wird. Zwar bietet Antivirensoftware gute Optionen für den Bedrohungsschutz, aber sie kann auch Software-Workflows in ArcGIS-Anwendungen beeinträchtigen. Weitere Informationen zu empfohlenen Ausschlüssen und Mustern für die effektive Nutzung von Antivirensoftware finden Sie in den ArcGIS-Anleitungen zu Antivirensoftware im ArcGIS Trust Center (ArcGIS-Anmeldung erforderlich).
Microsoft Fabric ist eine Microsoft-Plattform für die Konsolidierung, Speicherung und Analyse von Unternehmensdaten, die mehrere wichtige Anwendungen und Muster in einer einheitlichen Umgebung vereint. Die ArcGIS-Technologie spielt in mehreren Bereichen von Microsoft Fabric eine wichtige Rolle. Die Integrationspunkte decken diese Bereiche ab.
Benutzer können über Datenrahmen auf ihre eigenen Daten zugreifen, aber auch Webservices abfragen, um auf verlässliche organisatorische oder öffentliche Datasets zuzugreifen und diese zu vergleichen oder mit ihren OneLake-Quellen zu interagieren.
Weitere Informationen zur Nutzung der GeoAnalytics Engine for Fabric finden Sie in der Esri Dokumentation, der Microsoft-Dokumentation oder in der Videozusammenfassung der Integration.
Spark-Auftragsdefinitionen können innerhalb von Fabric Data Factory-Konfigurationen verwendet werden, sodass räumliche Schritte zu bestehenden oder neu entwickelten Datenmigrations- und Transformationsmustern hinzugefügt werden können.
Fabric-Workloads sind mit OneLake verbunden, das Datasets aus verschiedenen Quellen zusammenführt. Räumliche Daten, die in Objektspeichern oder relationalen Datenbanken gespeichert sind – innerhalb von Azure oder bei einem anderen Cloud-Anbieter –, können mittels Datenbankspiegelung und Speicherverknüpfungen in OneLake integriert werden. Datenbanken, die mit Fabric interagieren, können auch räumliche Typen enthalten (wie beispielsweise SQL Server oder PostgreSQL) oder räumliche Datentabellen hosten, die in Fabric-Workloads verwendet werden können.
PowerBI ist ein wesentlicher Bestandteil von Fabric. Nachfolgend finden Sie eine weitere Beschreibung zur Nutzung von Power BI mit ArcGIS-Daten.
Ähnlich wie ArcGIS for Microsoft Fabric unterstützt Azure Synapse Analytics die Verwendung der ArcGIS GeoAnalytics Engine in PySpark-Notebooks.
Microsoft Power Platform enthält – wie unten beschrieben – mehrere Muster für die Verwendung von ArcGIS-Services und -Schnittstellen.
Bei ArcGIS Connectors for Power Automate handelt es sich um verschiedene native Verbindungspunkte von Power Automate zu ArcGIS-Services, die eine Vielzahl von Integrationsszenarien unterstützen. Power Automate kann für auf Workflows basierende Aktionen, als geplantes ETL-Muster oder auf Grundlage anderer ereignisgesteuerter Trigger innerhalb oder außerhalb der Microsoft- oder Azure-Systeme verwendet werden. Die ArcGIS Connectors unterstützen ArcGIS Enterprise, ArcGIS Online oder ArcGIS Location Platform, die jeweils leicht unterschiedliche Funktionen besitzen. Gängige Integrationsmuster mit diesen Konnektoren sind:
Verbinden einer Remote-Datenquelle über den Power Automate-Konnektor dieses Anbieters und Weiterleiten der Daten an einen ArcGIS-Feature-Service
Anreichern von Datensätzen mit Geokodierungs- oder GeoEnrichment-Services, bevor diese an einen anderen Schritt oder Speicherort weitergegeben werden
Auslösen von E-Mails basierend auf Funktionsänderungen
Empfangen von Webhooks, die von einem ArcGIS Enterprise-, ArcGIS Online- oder ArcGIS Field Maps-Workflow gesendet werden
Erstellen einer räumlichen Verbindung und einer Zusammenfassung für mehrere Datasets mit einer Ausgabe in OneLake zur weiteren Analyse
Dies sind nur einige Beispiele für Workflows, die von den ArcGIS Connectors for Power Automate unterstützt werden können. Weitere Beispiele und Anleitungen finden Sie in der Dokumentation.
ArcGIS Maps for PowerBI ist eine weitere räumliche Funktion, die von Esri für Microsoft-Benutzer bereitgestellt wird. Die ArcGIS Maps-Visualisierung ist direkt in PowerBI integriert und unterstützt die Darstellung räumlicher Daten-Layer aus PowerBI-Datasets, wie Adressen oder Breiten- und Längengraden, zusammen mit Referenz-Layern aus ArcGIS Enterprise oder ArcGIS Online. Dank der nativen Integration können Benutzer direkt mit der Karten-Visualierung sowie den vorhandenen Daten-Layern arbeiten, sei es in Power BI Desktop, mit Erstellungsfunktionen oder in einem online veröffentlichten Bericht.
Ein gängiges Integrationsmuster bei Maps for PowerBI besteht darin, Geschäftsdaten, wie Verkäufe nach Regionen, mit verschiedenen Standardgeografien zu kombinieren – entweder mit von Esri bereitgestellten Daten wie z. B. US-Landkreisen oder einem internen Dataset wie Verkaufsregionen. Diese Daten können dann mit einer Verbindung kombiniert und verwendet werden, um Daten basierend auf Umfang oder anderen Attributen zu symbolisieren, während weiterhin PowerBI-Slicer und -Filter eingesetzt werden, um mit dem Bericht zu interagieren.
ArcGIS-Services, die über REST zugänglich sind, lassen sich mit dem JSON-Datenkonnektor auch als Dateneingaben für PowerBI verwenden, wo sie wie jedes andere Dataset zur Erstellung von Slicern, Diagrammen, Tabellen oder anderen Visualisierungen genutzt werden können. Dieses Muster kann Daten-Services von ArcGIS Online, ArcGIS Enterprise und ArcGIS Location Platform unterstützen. Der Workflow basiert darauf, eine Abfrage an einen REST-Endpunkt zu erstellen, wie z. B. einen Feature-Layer eines Karten-Service oder einen Image-Service, der JSON zurückgibt, und dann die URL dieser Abfrage als Datenquelle in PowerBI zu verwenden. Die JSON-Rückgabe kann entschachtelt und als Datenquelle in PowerBI genutzt werden. Bei dieser Methode sollten Sie sich der Authentifizierungseinschränkungen bewusst sein. Öffentliche Services funktionieren am besten, aber gesicherte Services benötigen möglicherweise ein langlebiges Token oder einen API-Schlüssel für die Integration, und die meisten REST-Services beschränken Antworten auf eine bestimmte Anzahl von Datensätzen, sodass in einer PowerQuery-Konfiguration Paginierungslogik erforderlich sein kann.
Ein weiteres Muster für den Zugriff auf ArcGIS-basierte Datenquellen in PowerBI besteht darin, Power Automate zu verwenden, um ArcGIS-Services über die integrierten Konnektoren abzufragen und die Ergebnisse als Dateien in OneLake, eine Datenbank oder ein anderes als Eingabe für PowerBI unterstütztes System auszugeben. Dieser ETL-Prozess erstellt eine Kopie der Daten, wird von geplanten PowerBI-Prozessen auf dem neuesten Stand gehalten und kann auch Datentransformation oder -konsolidierung während des Prozesses integrieren.
Eine weitere gängige Methode, ArcGIS-Schnittstellen oder -Datasts in eine Power Apps-Umgebung wie eine Canvas- oder eine modellgesteuerte App zu integrieren, ist die Einbettung einer ArcGIS-Webanwendung in ein <iframe>-Element.
Weitere Empfehlungen zu dieser Integration finden Sie unter Einbetten einer ArcGIS-Anwendung in ein Iframe. Für Power Platform-Anwendungsfälle, insbesondere wenn die eingebettete Anwendung eine Benutzeranmeldung oder einen Authentifizierungsschritt erfordert, sollten Sie die Empfehlungen zu Single Sign-On besonders sorgfältig prüfen.
Mögliche Anwendungsfälle für dieses Muster lauten wie folgt:
Einbettung einer ArcGIS-Webanwendung, die eine Karte der Positionen lädt, wenn entsprechende Positionen in einer Liste angezeigt werden
Eine Anwendung zur Feature-Bearbeitung, die mit ArcGIS Experience Builder erstellt wurde, als Teil einer Genehmigungslösung geladen wird und einen Schritt unterstützt, bei dem ein Benutzer eine Grenze zeichnen muss, bevor er zur Eingabe weiterer Daten zur Power Apps-Formularansicht zurückkehrt
Ein Unternehmen kann seine Versicherungsdaten zusammen mit Karten zu Hochwasserrisiken und den versicherten Standorten prüfen, um den Kontext und die möglichen geographischen Auswirkungen einer Änderung des Ansatzes oder des Versicherungsschutzes besser zu verstehen.
.NET-Entwickler verwenden seit vielen Jahren ArcGIS SDKs, um eigene Anwendungen und Workflows mit räumlichen Werkzeugen oder Funktionalitäten zu entwickeln. Jetzt bietet Esri mehrere .NET-Entwicklungsoptionen an, die die Integration mit dieser Microsoft-Technologie unterstützen können:
ArcGIS Runtime SDK for .NET ist für Entwickler konzipiert, die eine mobile oder native Anwendung mit einer kartenzentrierten Bedienoberfläche erstellen möchten. Das SDK bietet verschiedene Klassen und Methoden, um mit räumlichen Webservices zu interagieren, Analysen auf Geräten durchzuführen, offline mit räumlichen Daten zu arbeiten und komplexe Workflows für die Bearbeitung zu unterstützen. Anwendungen, die mit diesem Runtime SDK erstellt wurden, können auf iOS, Android, Windows und anderen Betriebssystemen bereitgestellt werden.
ArcGIS Pro SDK for .NET ist ein .NET SDK, das zum Erstellen von Add-ins und Konfigurationen von ArcGIS Pro entwickelt wurde. Mit diesem SDK kann ein Add-in erstellt werden, das sich mit einem externen Service oder System integrieren lässt, oder auch eine Konfiguration, die ArcGIS Pro mit einer bestimmten Gruppe von Werkzeugen oder Funktionen öffnet. Mit dem SDK sind Entwickler in der Lage, neue Bedienoberflächen zu erstellen, Bearbeitungsmuster zu unterstützen oder mit Kartensteuerelementen zu arbeiten. Im Hinblick auf die Integration sind ArcGIS Pro-Add-ins eine gängige Methode, eine anbieterspezifische Schnittstelle für ArcGIS Pro zu erstellen, über die sich Benutzer bei einem Remote-System anmelden, mit verschiedenen APIs arbeiten und Daten extrahieren können, die auf einer Karte in ArcGIS Pro angezeigt werden können – wo möglich sogar in bidirektionalen Mustern.
ArcGIS Enterprise SDK for .NET kann verwendet werden, um Serverobjekt-Interceptoren und Serverobjekterweiterungen zu entwickeln, die auf Windows-basierten ArcGIS Server-Sites bereitgestellt werden können. Sowohl Interceptoren als auch Erweiterungen sind für Workflows zur Integration nützlich. Dazu gehören folgende:
Eine SOI, die auf eine Anforderung zur Abfrage eines Feature-Layers angewendet wird, kann mit einem Aufruf einer separaten API Ergebnisse anreichern, indem Attribute hinzugefügt werden, die im GIS-System nicht verfügbar sind.
Es kann eine SOE entwickelt werden, um auf einen separaten Datenbankanbieter oder ein separates Datenspeichersystem zuzugreifen und dann von einer mobilen Anwendung aufgerufen zu werden, die speziell für einen bestimmten Workflow entwickelt wurde.
Die Sicherheitsintegration für eine SOI kann Sicherheit auf Layer- oder Zeilenebene einführen, indem ein separates Sicherheitssystem mit dem Benutzernamen des anfordernden Benutzers abgefragt wird.
Viele Organisationen erstellen ArcGIS-Systeme, die mit Azure-Komponenten und -Services interagieren, und stellen diese bereit. Architekten, die Systeme für Azure entwerfen, nutzen eine Vielzahl von Services. Dieser Abschnitt liefert nützlichen Kontext für jeden Service sowie alle standardmäßigen Integrationsmuster mit ArcGIS-Software.
ArcGIS-Systeme können von Grund auf mit atomaren Azure-Services erstellt werden, durch Automatisierung mit ARM-Vorlagen bereitgestellt werden oder mit dem ArcGIS Enterprise Cloud Builder for Microsoft Azure erstellt werden. Dieser bietet eine visuelle, auf Assistenten basierende Bedienoberfläche zur Bereitstellung von Azure-Ressourcen und zur Konfiguration von ArcGIS-Software auf diesen Systemen.
Die häufigsten Architekturmuster in Azure basieren auf Azure Virtual Machines, die virtualisierten Rechenressourcen eine Vielzahl von Betriebssystemoptionen bieten. Viele Organisationen nutzen Azure-VMs und unterstützte Windows- oder Linux-Betriebssysteme, um ArcGIS Enterprise-Komponenten zusammen mit ArcGIS Pro zu hosten und bereitzustellen. VMs stellen eine einfache Möglichkeit dar, spezifische Rechenressourcen bereitzustellen, und sind ein grundlegender Baustein vieler Azure-basierter Architekturen. Azure-VMs unterstützen die Verbindung zu einer Entra-ID-Domäne und die Anmeldung über Entra-ID-Identitäten, die viele der Benutzerzugriffs- und Berechtigungsmuster von lokalen VMs oder Endpunkten simulieren können.
Der Azure Kubernetes Service (AKS) kann verwendet werden, um ArcGIS Enterprise auf Kubernetes in einem entsprechend bereitgestellten Cluster bereitzustellen. AKS ist ein robustes Kubernetes-Hosting-Angebot und enthält zahlreiche integrierte Funktionen für Skalierbarkeit, Resilienz und Beobachtbarkeit. Aus architektonischer Sicht erzwingt AKS regelmäßige Upgrades der Kubernetes-Version. Das bedeutet, dass Organisationen die regelmäßige Aktualisierung von ArcGIS Enterprise auf Kubernetes planen sollten, um auf eine unterstützte Version ausgerichtet zu bleiben. note
Azure Virtual Desktop (AVD) bietet ein verwaltetes VM-Angebot für Endbenutzer-Clients. Dieser Service wird häufig in ArcGIS-Systemen verwendet, um Zugriff auf einen virtualisierten ArcGIS Pro-Host bereitzustellen. Architekturempfehlungen für die Ausführung von ArcGIS Pro in VDI-Umgebungen gelten auch für AVD. Microsoft hat eine Beispiel-AVD-Architektur im Rahmen seines Architekturzentrums veröffentlicht.
Azure Entra ID ist ein wesentlicher Bestandteil fast aller Azure-Bereitstellungen. Viele Organisationen sind entweder auf ein hybrides Verzeichnisangebot mit Entra ID umgestiegen oder haben vollständig zu Entra ID migriert. Diese Technologie ist für ArcGIS in unterschiedlicher Hinsicht relevant:
Organisationen können ArcGIS Online oder ArcGIS Enterprise so konfigurieren, dass Entra ID als Unternehmensidentitätsanbieter verwendet wird, entweder über SAML- oder OIDC-Protokolle. Entra ID wird ebenfalls wie eine traditionelle Domäne genutzt, bei der Administratoren VMs oder Datenbankservices zur Authentifizierung mit der Domäne verbinden können.
Der Entra ID-Anwendungsproxy ist eine Azure-Lösung zur Bereitstellung von Internetzugriff für interne Anwendungen oder lokale Systeme. Die Anwendungsproxy-Komponente wird auf einem internen Webserver installiert und dann so konfiguriert, dass sie eine Verbindung zu Entra ID herstellt. Dadurch wird eine öffentliche URL für die Anwendung erstellt, und der Datenverkehr wird über einen sicheren Tunnel an den internen Server weitergeleitet. Im Modus Passthrough kann der Entra-Anwendungsproxy eine effektive Möglichkeit sein, einer internen Anwendung Internetzugang ermöglichen, ohne eine DMZ einzurichten oder einen Reverseproxy bereitzustellen. Wenn der Entra ID-Anwendungsproxy so konfiguriert ist, dass Benutzer vorab authentifiziert werden, ist er ein Beispiel für einen identitätsbasierten Proxy.
Bei vielen auf virtuellen Maschinen basierenden Bereitstellungen lassen sich die Systeme in gewissem Umfang in Entra ID integrieren – von der DNS-Verwaltung bis hin zur vollständigen Domänenverbindung. Diese Konfigurationen werden am besten in Einklang mit anderen IT-Initiativen der Organisation definiert, sodass ArcGIS-Komponenten auf zugelassene Weise verwaltet werden.
Zahlreiche verwaltete Datenbankservices in Azure werden häufig mit ArcGIS-Systemen verwendet. ArcGIS lässt sich mit Datenbankservices wie Azure SQL Database oder Azure SQL Managed Instance integrieren und kann als Enterprise-Geodatabase, für den Zugriff über Abfrage-Layer oder als relationaler Speicher für ArcGIS Enterprise on Kubernetes genutzt werden. Azure bietet je nach Voreinstellung für Organisationen sowohl SQL Server- als auch PostgreSQL-Optionen an und umfasst serverlose Optionen, um Leistung und Kosten in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Eine enge Integration mit Entra ID kann mit Azure SQL Managed Instance erreicht werden.
Azure CosmosDB ist eine flexible Dokumentendatenbank, die in Azure angeboten wird und für ArcGIS in mehreren Szenarien relevant ist. Azure Cosmos DB for PostgreSQL ist ein unterstütztes Hosting-Muster für Enterprise-Datenbanken zur Verwendung mit ArcGIS Pro und ArcGIS Enterprise. Auf Cosmos DB kann auch von ArcGIS Velocity aus als Datenquellentyp zugegriffen werden, um Datensätze für Persistenz und Analyse in Velocity einzulesen.
Azure Application Gateway ist eine leistungsfähige Reverseproxy- und Load-Balancing-Lösung, die häufig als gemeinsamer Einstiegspunkt für eine ArcGIS Enterprise-Bereitstellung dient. Der Azure Cloud Builder stellt ein Azure Application Gateway als Teil der standardmäßigen Bereitstellungsarchitektur bereit. Dieser Service bietet eine Vielzahl relevanter Funktionen. Anwendungs-Gateways können helfen, TLS-Zertifikatseinstellungen zu konfigurieren, an separate Backend-Pools von Servern weiterzuleiten, Portübersetzungen zu Backend-Endpunkten zu verwalten und URLs, Header oder andere HTTP-Komponenten je nach Konfigurationsbedarf neu zu schreiben.
Azure Databricks ist ein verwalteter Databricks-Service, der auf Azure Compute basiert und mit Azure-Speichercontainern und -Services interagiert. Die ArcGIS GeoAnalytics Engine kann innerhalb von Azure Databricks verwendet werden, um Datentransformations- und Analyse-Workflows für große Datasets auszuführen.
Azure NetApp Files ist ein cloud-natives Speicherangebot von NetApp, das leistungsstarke Dateisysteme zur Speicherung kritischer Systemkomponenten oder -assets bereitstellt. ArcGIS Enterprise-Bereitstellungen können Azure NetApp Files zur Speicherung von Konfigurationsdateien und Inhalten verwenden, insbesondere in Fällen, in denen hohe Verfügbarkeit und Systemzuverlässigkeit entscheidend sind.
Azure API Management ist eine Verwaltungsplattform für APIs, die mit ArcGIS-Bereitstellungen in einem API-Managementmuster eingesetzt werden kann. Zu den gängigen Integrationsmustern mit Azure API Management gehören die Anwendung benutzerdefinierter Sicherheitsmaßnahmen auf GIS-Services, die Erstellung von Endpunkten, die je nach Konfiguration als Proxy für verschiedene Services dienen, oder die selektive Weiterleitung von Anfragen als Reverseproxy an die Infrastruktur.
Azure Monitor und Azure Log Analytics sind Observability-Angebote von Azure, die fortgeschrittene Abfragen und Visualisierung von Anwendungsleistungsdaten unterstützen. ArcGIS Enterprise on Microsoft Azure lässt sich so konfigurieren, dass ArcGIS-Server-Protokolle an Azure Monitor gesendet werden, wo sie zusammen mit anderen Systemkennwerten analysiert werden können.
Azure Functions sind schlanke, serverlose Anwendungen, die über eine URL oder Anforderung aufgerufen werden können. Python-basierte Azure Functions können die ArcGIS-API for Python nutzen, um Anfragen an ArcGIS-Services zu stellen, Inhalte zu erstellen oder zu aktualisieren oder Zeilen für Feature-Services zu schreiben. NodeJS-basierte Azure Functions können die Bibliothek arcgis-rest-js nutzen, um ähnliche Integrationen durchzuführen. Beachten Sie, dass arcpy nicht innerhalb von Azure Functions ausgeführt werden kann, da eine ArcGIS-Softwarelizenz erforderlich ist.
Viele ArcGIS-Systeme speichern Datasets in Azure Blob Storage-Konten und -Containern, hauptsächlich in BLOB-Containern. Gängige Workflows umfassen die Speicherung von Bilddaten, Sicherungsmuster und grundlegende Systemspeicherung für ArcGIS Enterprise. Azure Blob Storage kann als Speicherort für Systemverzeichnisse verwendet werden, unterstützt den Inhaltsspeicher für Portal for ArcGIS sowie die Konfigurationsspeicher- und Serververzeichnisse für ArcGIS-Server-Sites. Zudem ist eine Konfiguration als Objektspeicher möglich. ArcGIS Enterprise-Bereitstellungen können ein Azure-Speicherkonto oder einen Azure Data Lake Storage Gen2-Container als Cloud-Speicher registrieren, der dann als Eingabe für analytische Prozesse oder als Ausgabeverzeichnis für die Ergebnisse von Analyse-Workflows verwendet werden kann.
ArcGIS Data Pipelines sind außerdem in der Lage, sich mit Azure Blob Storage-Containern zu verbinden und Dateien daraus abzurufen. In den meisten Szenarien wird das direkte Lesen von Vektordaten in S3 für Kartenerstellungs-Workflows nicht unterstützt. Die Verwendung dieser Vektor-Datasets in analytischen Eingaben ist für GeoAnalytics–Workflows mit ArcGIS Pro oder ArcGIS GeoAnalytics Engine in einer Spark-Umgebung innerhalb oder neben AWS üblich. ArcGIS Pro kann außerdem über Cloud-Speicherverbindungen eine Verbindung zu Apache Parquet-Dateien herstellen und diese lesen.
Azure Content Delivery Network (CDN) ist ein Content Delivery Network von Azure, das Webanforderungen mithilfe globaler Punkte für Vorhandensein beschleunigen kann. CDNs lassen sich mit Webanwendungen oder mit ArcGIS Enterprise selbst integrieren, wobei jedoch einige wichtige Einschränkungen zu beachten sind. In diesem Esri Community-Beitrag werden einige hilfreiche Aspekte in Bezug auf die CDN-Nutzung aufgeführt.
Viele Organisationen nutzen SQL Server mit ArcGIS als relationales Datenbankrepository zur Speicherung geographischer oder tabellarischer Daten, die je nach Anwendungsfall über eine Enterprise-Geodatabase oder Abfrage-Layer zugänglich sind. Viele Arten von SQL Server-Funktionen sind mit ArcGIS-Workflows kompatibel. Es werden mehrere relevante Best Practices bereitgestellt.
Für die meisten Interaktionen mit Feature-Classes von Enterprise-Geodatabases wird die Verwendung von ArcGIS-Werkzeugen empfohlen, da bestimmte Konfigurationen wie die Verzweigungsversionierung oder Archivierung komplexe SQL-Definitionen erzeugen können, bei deren Handhabung Vorsicht geboten ist.
Die Verwendung von räumlichen ArcGIS-SQL-Funktionen innerhalb der Datenbanklogik kann nützlich sein, um Daten-Workflows zu automatisieren, verschiedene Datasets zu kombinieren und neue Ausgabetabellen oder Ansichten zu erstellen.
Wenn Sie Datenbanksichten verwenden, stellen Sie sicher, dass die Leistung der Ansicht in einer SQL-Oberfläche ausreichend ist, bevor Sie die Ansicht über ArcGIS-Clients nutzen. Bei Datenbanksystemen, die materialisierte Ansichten unterstützen, kann diese Funktion berücksichtigt werden, um die Abfrageleistung einer Ansicht zu verbessern, die regelmäßig und nach einem festgelegten Zeitplan aktualisiert wird.
Echtzeit-Workflows in Azure nutzen häufig Azure Service Bus oder Azure Event Hub, zwei Azure-native Services, die Nachrichtenverarbeitung, Warteschlange und Verwaltung bieten. ArcGIS Velocity lässt sich mit diesen Cloud-Feeds integrieren, um Ereignisse auszulesen und einen Feed durch einen analytischen Flow zu verarbeiten.